Maximaler Fahrspaß mit dem passenden Mountainbike

Sieben Anforderungen, die ein Kinder-Mountainbike unbedingt erfüllen sollte

Leichter, robuster, agiler und sicherer – auf das kommt es an, damit Kinder und Jugendliche lange Freude am Mountainbiken haben. Die technischen Entwicklungen sind rasant und gerade im Kinderbereich tut sich viel. Wenn ihr jetzt plant ein Kinder-Mountainbike zu kaufen, steht ihr vor der Frage: Welches Bike ist das richtige und auf welche Features kommt es bei einem Mountainbike für Kinder wirklich an? Wir haben die wichtigsten Anforderungen, auf die ihr bei der Wahl des passenden Kinder-Mountainbikes achten solltet, kompakt für euch zusammengestellt. Viele von euch können es kaum erwarten, die erste gemeinsame Mountainbike-Tour mit dem Nachwuchs zu drehen. Das richtige Bike ist dabei die Grundvoraussetzung, um dem Nachwuchs den Einstieg ins Gelände so leicht wie möglich zu machen. Dieses muss einerseits auf die speziellen Bedingungen im Gelände abgestimmt sein und andererseits den kindlichen Bedürfnissen gerecht werden.
Was heißt das nun genau?

1. Gewicht

Je leichter, desto besser! Das Gewicht ist der erste wesentliche Faktor beim Mountainbiken und macht einen richtig großen Unterschied bei Kinder-Bikes. Dies wird besonders anschaulich im Vergleich mit Erwachsenen und ihren Fahrrädern: Ein Erwachsener mit 75 kg Körpergewicht fährt ein Bike mit durchschnittlich 12 kg. Das sind gerade mal rund 16 % seines Körpergewichtes. Betrachtet man ein 6-jähriges Kind mit ca. 20 kg: Ein gängiges 20-Zoll Bike wiegt rund 10 kg, also ganze 50 % des eigenen Körpergewichtes, was die Freude am Mountainbiken mal schnell trüben kann. Kinder müssen ihr MTB schließlich nicht nur vorwärtsbewegen, sondern auch schieben, aufheben und halten. Ein zu schweres Bike macht Wurzeln oder Hügel unüberwindbar und ist daher ein echter Spielverderber, auch für die Eltern, die dann schon mal aushelfen müssen. Damit der Spaß mitfährt, sollte das Kinder-Mountainbike nicht mehr als 35 % bis 40 % des Körpergewichtes ausmachen.

2. Größe

Kinder brauchen ein passgenaues Bike. In ein Rad wächst man nicht rein, wie in eine zu groß gekaufte Hose. Die entscheidenden Faktoren für die richtige Rahmenhöhe sind Körpergröße und Fahrkönnen. Das Rad passt, wenn das Kind bei Mindestsattelhöhe den Boden mit den Füßen bequem erreichen kann und es im Stehen mit dem Rad zwischen den Beinen, noch ausreichend Luft hat (in etwa eine gute Hand breit), um sich mit dem Schritt nicht am Oberrohr zu stoßen, wenn es einmal etwas abrupt absteigen muss.

3. Ergonomie

Das Bike und seine Komponenten sollten speziell auf Kinder und ihre Anatomie zugeschnitten sein. Die Geometrie richtet sich natürlich nach dem vorrangigen Einsatzbereich im Gelände. Mountainbike-Neulinge haben meistens noch keine genauen Ansprüche und Vorlieben, daher ist ein guter Alleskönner gefragt. Diese Parameter sollte man beachten:

● Die Rahmengeometrie sollte ein sportliches Fahrverhalten sowie ein einfaches Auf- und Absteigen ermöglichen. Es ist wichtig, dass Kinder in jeder Situation, gerade im steilen Gelände oder bei einem plötzlichen Stopp, problemlos und schnell absteigen können. Zusätzlich sorgen ein tiefer Schwerpunkt und langer Radstand für eine gute Balance und ein sicheres Handling.

● Der Vorbau ist ein zentrales Feature am Bike – mit keinem anderen Teil kann die Körperhaltung und Lenkgeometrie so stark beeinflusst werden. Zusätzlich hat ein verstellbarer Vorbau bei Kindern den Vorteil, dass die Lenkerhöhe verändert und das Rad damit bis zu einem gewissen Grad an das wachsende Kind angepasst werden kann.

● Der Sattel ist einer der wichtigsten Kontaktpunkte zwischen Kind und Rad und entscheidend für das Feeling beim Fahren. Er sollte zum kindlichen Beckenknochen passen und für eine leicht gestreckte Sitzhaltung sorgen.

● Das Cockpit muss auf eine ergonomische Bedienung ausgelegt sein. Schmale Lenkergriffe passen zu Kinderhänden. Verstellbare Bremshebel sind Pflicht und müssen Kinderhänden gut erreicht werden können. Auch die Schaltung sollte leicht zu bedienen sein, also die Handkraft von Kindern nicht überfordern.

4. Reifen

Die Reifen bei einem Mountainbike zeichnen sich durch Breite und Profil aus. Ein grobstolliges Profil bringt mehr Grip, um sicher auf holprigen Wegen und im steilen Geländer unterwegs zu sein. Großvolumige Reifen haben eine größere Auflagefläche und sorgen dadurch für zusätzlichen Grip und Sicherheit. Außerdem können sie auch mit weniger Luftdruck gefahren werden und bieten so einen geringen Rollwiderstand und eine bessere Dämpfung.

5. Gabel

Hier steht man meist vor der Wahl: Starrgabel oder Federgabel? Nicht jedes Kind benötigt zu Beginn schon eine Federgabel. Durch eine leichte Starrgabel können bei Kinderbikes wichtige Kilos eingespart werden – gut so! Denn damit haben jüngere Kinder erfahrungsgemäß mehr Fahrspaß als mit einem schwereren Bike mit Federgabel. Außerdem können gerade leichtgewichtige Kinder das Potenzial einer Federung meist gar nicht richtig nutzen. Durch die oben beschriebenen

großvolumigen Reifen und entsprechend niedrigem Druck kann man für ausreichend Federungsorgen. So passt sich der Reifen besser an und das gesamte System muss weniger stark und häufig

6. Bremsen

Gute Bremsen sind ein absolutes Must-have! Im Gelände wird den Bremsen schon mal richtig viel abverlangt. Aber auch die geringe Handkraft von Kindern darf nicht unterschätzt werden. Aus diesem Grund empfiehlt sich vor allem ein Bremsentyp: hydraulische Scheibenbremsen. Sie sind für Kinder leicht zu bedienen, weil sie hervorragend dosierbar sind und mit wenig Handkraft eine hohe Bremsleistung erzielt wird, sogar bei Nässe und auf matschigen Wegen.

7. Schaltung

Im Gelände ist ein zackiges und präzises Schalten auf Knopfdruck erforderlich. Es empfiehlt sich daher ein Trigger-Schalter mit leichtgängigem Schaltwerk. Während früher die Anzahl der Gänge bei Mountainbikes wichtig war, ist heute weniger meist mehr. So sind aktuell Schaltungen mit einem Einfach-Kettenblatt sehr beliebt. Für Kinder ist das absolut ausreichend und hat den Vorteil, dass die Schaltfolge intuitiver und einfacher ist, weil die Kette vorne auf einem Blatt bleibt. Nebenbei spart

man Gewicht und das lästige Einstellen des Umwerfers entfällt. Generell solltet ihr beim Kauf eines Mountainbikes darauf achten, dass qualitativ hochwertige Komponenten verbaut sind und das Bike die Bedürfnisse von Kindern erfüllt. Das sorgt für maximalen

Spaß auf dem Bike und das ist schließlich das Wichtigste! Außerdem machen möglichst variable Einstellmöglichkeiten für Sattel, Lenker und Vorbau das Bike langfristig und nachhaltig nutzbar.

Noch ein paar praktische Tipps und dann kann es auch schon losgehen!

Kann mein Kind sein Mountainbike auch im Straßenverkehr benutzen?

Generell sind bei Mountainbikes nicht alle verkehrssicheren Teile fest verbaut. Soll das Mountainbike auch im Straßenverkehr genutzt werden, seid ihr gesetzlich dazu verpflichtet, das Fahrrad mit einer Klingel und entsprechender Beleuchtung vorne und hinten sowie Reflektoren auszustatten. Sinnvolle (nicht gesetzlich vorgeschriebene) Nachrüstungen sind außerdem Schutzbleche und ein Fahrradständer.